War Sigibert von Köln Christ?

Die Kontrolle über die Stadt Rom war wohl weniger wichtig. Schließlich hatten die Kaiser des Westens schon lange in Mailand oder Ravenna residiert,
Auch Trier war zeitweise kaiserlicher Residenzstadt. Dennoch kontrollierten diese Kaiser die Stadt Rom, auch wenn sie dort nicht ihren Mittelpunkt hatten - und das unterscheidet sie von Usupatoren die tatsächlich nur "irgendeinen Winkel des Reiches" kontrollierten.
 
Als „Usurpator“ wäre Chlodwig (zumindest außerhalb seines Reiches) wohl jedenfalls angesehen worden, wenn er den Kaisertitel angenommen hätte, mit oder ohne Kontrolle über Rom. Schließlich wurde der in Konstantinopel residierende Kaiser nach dem Ende des weströmischen Kaisertums allgemein (auch im Westen) als alleiniger Kaiser anerkannt. Außerdem war es vor dem Ende des westlichen Kaisertums Usus gewesen, dass die Kaiser des Ostens und des Westens im Einvernehmen bestellt werden, der jeweils in einem Reichsteil regierende Kaiser also ein Wort mitzureden hatte, wenn die Stelle seines Kollegen frei wurde und nachbesetzt werden sollte. In der Praxis hatte obendrein der Kaiser des Ostens die Oberhoheit auch über den Westen beansprucht (was im Westen freilich nicht so gerne gesehen wurde). Wenn im Westen ein Kaiser ohne Zustimmung des Ostens eingesetzt wurde, musste er stets damit rechnen, dass der Osten ihm einen Gegenkaiser auf den Hals hetzen würde.

Hätte sich Chlodwig nach eigenem Gutdünken zum Kaiser ausgerufen, wäre er nicht nur von Konstantinopel abgelehnt worden, sondern höchstwahrscheinlich auch von den anderen Germanenherrschern des Westens, und auch unter den Galloromanen in seinem Reich hätte sein Schritt wahrscheinlich für erheblichen Unmut gesorgt. Außer einem prunkvollen, aber faktisch wertlosen Titel hätte er nichts gewonnen, sich aber eine Menge Feindschaften eingehandelt. (Wenngleich es wohl kaum tatsächlich zum Krieg – dafür war das Oströmische Reich zu schwach – oder zu Aufständen in seinem Reich gekommen wäre. Aber immerhin hätte Chlodwig damit rechnen müssen, dass Ostrom fortan jede gegen ihn gerichtete Aktion unterstützt.)

Der Senat war wohl noch den Oströmischen Kaisern untergeben mit ostgotischen Herrschern.
Wobei Theoderich formal ja im Namen des Kaisers regierte, das Ostgotenreich in der Theorie also immer noch Teil des römischen Reiches war. Es gab auch immer noch Konsuln (meistens einer im Westen und einer im Osten).

Neben dem Senat in Rom gab es allerdings längst einen eigenen in Konstantinopel.
 
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