[b]
Schimpansen zeigen Rituale, deren Sinn sich Wissenschaftlern noch nicht erschließt.
Manche werfen mit Steinen auf Bäume, andere zeigen "Regen-" oder "Wasserfall-Tänze".
Einige Forscher halten dies für mögliche Hinweise auf den Ursprung von Religiosität.

Für die meisten Strenggläubigen ist klar: Überirdische Wesen sind in der Vergangenheit auf die eine oder andere Weise in Kontakt mit Menschen getreten, haben sich als Götter offenbart oder - wie viele Mythen besagen - ins Weltgeschehen eingegriffen.

Die alternative Erklärung ist: Religiosität hat sich im Rahmen der Evolution des Menschen entwickelt. Nicht Götter haben den Menschen erschaffen, sondern es war umgekehrt. Irgendwann sind demnach unsere Vorfahren auf die Idee gekommen, dass hinter unbegreiflichen Vorgängen göttliche Mächte stecken. Spätestens seit der Steinzeit vor etwa 120 000 Jahren sprechen jedenfalls Grabbeilagen sowohl bei Neandertalern als auch beim Homo sapiens immerhin für Bestattungsrituale.

Die Ursprünge der Religiosität könnten allerdings auch sehr viel früher in der Evolution liegen - vielleicht sogar vor dem Auftreten der ersten Menschen. Spektakuläre Beobachtungen frei lebender Schimpansen deuten darauf hin, dass unsere nächsten Verwandten bereits Rituale kennen, die zumindest an mehr oder weniger religiös motivierte menschliche Verhaltensweisen erinnern.
Weiterlesen »