[b]
Seit zehn Jahren durchleuchten Kommissionen die NS-Vergangenheit deutscher Ministerien und Behörden. Nun gibt es einen Zwischenbericht: Was hat die Forschung erbracht? Fragen an den Historiker Martin Sabrow von Christian Staas.

DIE ZEIT:[/b] Das Auswärtige Amt machte 2006 den Anfang. Seither untersuchen Historikerkommissionen eine Bundesbehörde nach der anderen. Erstaunlich: Wir Deutschen, die wir unsere Vergangenheit angeblich so wunderbar aufgearbeitet haben, wissen noch immer nicht recht, was die wichtigsten Staatsinstitutionen in der NS-Zeit getan haben und wie ihre Nachfolger damit umgingen?

[b]Martin Sabrow:[/b] Ausgerechnet Otto Schily erklärte noch 2005 als Innenminister, dass Bundesministerien grundsätzlich "keine nationalsozialistische Vergangenheit" hätten, die der "Aufarbeitung" bedürften. Das Gegenteil ist der Fall. Erkenntnisbedarf besteht vor allem bei der Frage nach den personellen Kontinuitäten. Die war lange Zeit tabu. Konrad Adenauer sprach verächtlich von "Nazi-Riecherei".

[b]ZEIT:[/b] Seit zehn Jahren nun dreht sich alles um Personalakten. Mehr als 100 Zeithistoriker waren und sind in bisher 16 Kommissionen und Forschungsprojekten tätig. Jetzt hat die Bundesregierung eine Bestandsaufnahme angefordert. Sie sind einer der Herausgeber. Was sind die wichtigsten Ergebnisse?
Weiterlesen »