[IMG]http://polpix.sueddeutsche.com/polopoly_fs/1.2378817.1425536776!/httpImage/image.jpg_gen/derivatives/640x360/image.jpg[/IMG]
Das bisher älteste Fossil der Gattung Mensch wurde in Äthiopien gefunden. (Foto: AFP)


[LIST]
[*] Forscher haben einen Kieferknochen in Äthiopien gefunden, der die Ursprünge der Menschheit um 400 000 Jahre weiter in die Vergangenheit datiert.
[*]Der Fund deutet auf eine Form zwischen dem Vormenschen Australopithecus und einem Frühmenschen, also der Gattung Homo, hin.
[*]Die Frühmenschen lebten vermutlich in einer Gegend, die der heutigen Kalahari oder Serengeti vergleichbar ist.
[*]Forscher glauben, dass die widrigen Umstände dazu führten, dass sich aus den Vormenschen der Gattung Australopithecus die Frühmenschen der Gattung Homo entwickelten.
[/LIST]

Von Hubert Filser

Würde man die Sache heiter angehen, könnte man sagen: Es ist die Stunde der Unterkiefer. Denn zwei der bogenförmigen, versteinerten Knochen erweitern und vertiefen das Wissen um die menschlichen Ursprünge auf spektakuläre Weise. Der erste deutet auf einen neuen Rekordhalter im Stammbaum, Forscher datieren sein Alter auf 2,8 Millionen Jahre. Das ist ganze 400 000 Jahre älter als alle bisherigen Funde der Gattung Homo (Science, online). Anthropologen fanden LD 350-1, so der wissenschaftliche Name, in zwei größere Stücke zerbrochen in der Afar-Senke in Äthiopien, versteckt im staubigen Boden der Region Ledi-Geraru.

Der zweite Unterkiefer ist einem anderen Ast des weit verzweigten Stammbaums zuzurechnen, er gehört zu einem bereits 1960 gefundenen menschlichen Fossil aus der Olduvai-Schlucht im Norden von Tansania. Anthropologen nennen es kurz OH7 (für Olduvai Hominid Nr. 7) und rechnen es zur Gattung Homo habilis. Das Problem mit diesem Unterkiefer war aber, dass er sich im Lauf der 1,8 Millionen Jahre seit dem Tod seines Besitzers verformt hatte. Da sich die Unterschiede zwischen Frühmenschen oft gerade an Kiefer und Zähnen zeigen, erschwerte das die Analyse.
Weiterlesen »