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Im Konzentrationslager Sachsenhausen mussten Häftlinge in Gewaltmärschen deutsches Schuhwerk testen. Bis heute haben sich viele beteiligte Firmen dem nicht gestellt. Von Anne-Sophie Lang.[/b]

Die SS verdiente sechs Reichsmark, wenn Marian Szlachciński im Konzentrationslager Sachsenhausen einen Tag lang um den Appellplatz lief, bis zu 48 Kilometer am Stück, mit Blasen an den Füßen. Szlachciński war als junger Mann für zwei Jahre in dem Lager in Oranienburg bei Berlin inhaftiert. Drei Wochen lang gehörte er zum "Schuhläuferkommando". Die 120 bis 170 Gefangenen mussten täglich auf einer eigens angelegten Strecke über verschiedene Beläge marschieren: Schotter, Sand, Steine, Asphalt. Die Schuhindustrie zahlte dafür, weil sie herausfinden wollte, welche Schuhmodelle und -materialien am besten hielten. Viele der geschwächten Häftlinge starben nach ein paar Wochen.
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