Archäologen haben rätselhafte Großskulpturen auf Sardinien gefunden. Waren die Statuen Teil einer Kultstätte?
Von Henning Klüver


Die "Giganten von Mont'e Prama", überlebensgroße Sandsteinfiguren, vermutlich aus dem 9. oder 8. Jahrhundert v. Chr., gehören seit Kurzem zu den Höhepunkten der archäologischen Museen von Cagliari und Cabras auf der Mittelmeerinsel Sardinien. Es sind archaische Darstellungen von Bogenschützen, Kriegern und Handschuhkämpfern.

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Seit diesem Jahr werden die Statuen wissenschaftlich würdig und für das Publikum attraktiv in den Museen von Cagliari und Cabras ausgestellt. (Foto: Museo Archeologico Cabras)

Bereits in den 1970er-Jahren hatten Wissenschaftler in Westsardinien unweit von Cabras begonnen, Teile einer vermutlich ausgedehnten Nekropole aus der Zeit der späten Nuraghen-Kultur am Hang des Hügels Mont'e Prama freizulegen. Direkt über den Grabanlagen stieß man dabei auf Tausende Fragmente der Sandsteinfiguren mit einer bislang im westlichen Mittelmeerraum unbekannten Körpergröße von bis zu 2,10 Metern. Einige Archäologen vermuten sogar, dass es sich um die älteste frei stehende Großplastik in ganz Europa handeln könnte.
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