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20 Jahre nach der Entdeckung altsteinzeitlicher Speere gelingt in Schöningen erneut ein spektakulärer Fund. Frühe Jäger trafen hier auf gefährliche Gegner: Säbelzahntiger. Von Reinhard Osteroth.[/b]

Jordi Serangeli erinnert sich genau, einen solchen Moment vergisst ein Archäologe nie. Am 17. Oktober 2012 wurde er zur Grabung gerufen. Sein Mitarbeiter Martin Kursch zeigte ihm ein freigelegtes Objekt: einen Zahn, pechschwarz gefärbt durch die Einwirkung der Huminsäure im Boden, ölig glänzend, knapp fünf Zentimeter lang. Der Beißer war atemberaubend gut erhalten, von scharfen Sägezähnen umsäumt.

Serangeli stoppte sofort alle anderen Aktivitäten, Ende der Monotonie, Ausnahmezustand. Der Zahn eines Raubtieres, ein extraordinärer Fund, so viel war schnell klar. Aber von was für einem Tier? Serangeli gesteht: "Ich hatte keine Ahnung, ich stand vor einem Rätsel." Auch die Kollegen kamen über Mutmaßungen nicht hinaus. Irgendwann fiel der richtige Tiername – doch rundum noch ungläubige Mienen. Erst quälende zwei Monate später war der Fund bestimmt, und er wurde in dieser Woche der Öffentlichkeit vorgestellt.
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