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Nordrhein-Westfalen begräbt nach der Denkmalpflege nun auch die Archäologie. So setzt das Bundesland mit seiner Geschichte auch seine Zukunft aufs Spiel.[/b]

Der Ausstieg des Landes Nordrhein-Westfalen aus der Denkmalpflege, bei der die rot-grüne Regierung 2013 die Fördermittel von 11,4 auf 9,4 Millionen Euro gekürzt hat und bis 2015 ganz streichen möchte, trifft die Bodendenkmalpflege noch härter als die Baudenkmalpflege. Zwar erfolgen die Einschnitte proportional, so dass der Anteil der Archäologie von 3,1 auf 2,5 Millionen Euro sinkt, doch wird ihre Situation durch ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts in Münster vom September 2011 (Az.: 10 A 1995/09) verschärft.

Darin wird der Berufungsklage eines Kiesgrubenbesitzers aus dem Kreis Düren stattgegeben und festgestellt, dass für das „Verursacherprinzip“, nach dem derjenige, der auf einem Grundstück, in dem Bodendenkmäler vermutet werden, bauen möchte, die Kosten für die archäologischen Untersuchungen zu tragen hat, gar keine Rechtsgrundlage besteht. Die staatliche Aufgabe der Bodendenkmalpflege wurde in Nordrhein-Westfalen den Landschaftsverbänden Rheinland und Westfalen-Lippe, LVR und LWL, zugewiesen. Ausgenommen ist Köln, wo die Kommune zuständig und das Römisch-Germanische Museum zugleich Fachamt für Archäologie ist.

Doch hatte sich das Land, mit der Einführung des Denkmalschutzgesetzes 1980, zu fünfzig Prozent an den Personal- und Sachkosten beteiligt. Zehn Jahre lang hielt es sich an diese Regelung, bis es 1990 es auf Projektförderung umgestellt hat. Seitdem sinkt sein Anteil stetig, nur in den fünf Jahren der schwarz-gelben Regierung von 2005 bis 2010 blieb er konstant. Inzwischen beträgt er noch zehn Prozent, 2015 soll er ganz entfallen. Insofern verabschiedet sich das Land schon länger von dieser „hoheitlichen Aufgabe“ und entledigt sich einseitig der Verpflichtung, die ihm die Verfassung in Artikel 18 auferlegt: „Kultur, Kunst und Wissenschaft sind durch Land und Gemeinden zu pflegen und zu fördern.“
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