Wie entstanden die ersten Städte? Aus einem Wasservorkommen oder dem Machtstreben eines Herrschers heraus? Neue archäologische Funde im Nahen Osten zeigen eine weitere Möglichkeit auf. Die ersten Metropolen könnten sich aus verstreuten Siedlungen entwickelt haben, die sich allmählich verdichteten.
Es ist ein Ort, wie ihn nur Archäologen lieben können. Wer sonst würde monatelang umgeben von Wüstensand ausgedörrten Boden abtragen? In dieser Ödnis, 40 Kilometer von der glitzernden Kulisse von Kuwait-Stadt entfernt, fand Piotr Bielinski zunächst zerbrochene Tonscherben. Doch dann tauchten im kargen Untergrund Spuren von aufgeschichteten Steinen auf, Überreste rechteckiger Häuser - und schließlich sogar verzierte Keramik, Perlen und bearbeitete Muscheln.

Der Archäologe von der Universität Warschau ist auf eine ehemals hübsche und wohlhabende Siedlung gestoßen, in der vor 7000 Jahren rund hundert Menschen lebten. Bahra, so nennt man den Ort heute, hatte einst Meerblick, denn der Meeresspiegel war damals deutlich höher, sodass die Küste nur einen guten Kilometer entfernt lag.
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