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Resonanz und Akustik treiben die Menschheit nicht erst seit der Ära der Lautsprecherboxen um: Schon in Amphitheatern wurde unter den Sitzen der Ton moduliert.[/b]

Im ersten Jahrhundert vor Christus erkannte der römische Architekt und Ingenieur Vitruv bereits die Wellennatur des Schalls. Er verglich ihn mit Wasserwellen. Es blieb nicht bei der Theorie. Vitruv installierte unter den Sitzen von Amphitheatern unterschiedlich große Gefäße aus Ton und konnte so die Akustik verbessern.

Ein Gefäß mit einer kleinen Öffnung besitzt eine Resonanzfrequenz. Was das bedeutet, lässt sich ganz einfach mit einer leeren Bierflasche demonstrieren. Bläst man die Flasche an der Öffnung seitlich an, so hört man einen tiefen Ton – die Resonanzfrequenz dieser Flasche. Je größer das Volumen des Hohlraums und damit die Masse der schwingenden Luft sind, umso tiefer ist der hörbare Ton.

Für die mit vitruvschen Schallgefäßen (vases acoustiques) ausgestatteten Amphitheater bedeutete dies, dass im Bereich tiefer Töne Schall absorbiert wurde und damit die Hörbarkeit höherer Frequenzen, insbesondere die Verständlichkeit von Sprechstimmen, verbessert wurde. Überdies erzeugten die Vasen des Vitruv ein wenig Nachhall, was die sehr trockene Akustik der offenen Theater merklich verbesserte
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