Woher kommen die »europäischen« Toten, die mumifiziert in Chinas Wüstenboden lagen?


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Im ewigen Schlaf: Die 3800 Jahre alte "Schöne von Xiaohe". Die Mumie stammt aus der Provinz Xinjiang im Westen Chinas

Der Mann muss Europäer sein, da besteht kaum ein Zweifel: 1,76 Meter groß, lange Nase, tief liegende Augen, blond-bräunliches Haar und helle Haut. Seine gut erhaltene Kleidung mutet osteuropäisch an. Und er ist seit 3200 Jahren tot. Das Besondere ist aber nicht sein biblisches Alter, sondern der Ort, an dem er in einer einfachen Glasvitrine ruht: in der chinesischen Provinzhauptstadt Ürümqi.

Ebenso eindeutig nichtasiatisch ist ein halbes Dutzend weiterer Mumien, das im örtlichen Museum zu bestaunen ist. Die Toten waren zwischen 1800 und 1200 vor Christus in der Senke nördlich der Taklamakan-Wüste beigesetzt worden. Die Mumifizierung hatte die Natur übernommen: Heftig schwankende Tages- und Nachttemperaturen und das Wüstenklima des Tarim-Beckens sorgten für eine Gefriertrocknung des Körpers. Der hohe Salzgehalt des Bodens hielt zersetzende Bakterien ab.
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